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Arkon
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Arkon
© BTS - PRSKS

Arkon besteht aus insgesamt drei Welten, die alle den Namen "Arkon" tragen. Arkon I, die Kristallwelt, ist ausschließlich Wohnzwecken vorbehalten. Arkon II dient dem galaktischen Handel, der Industrie und der internen Ernährungswirtschaft. Arkon III ist der Planet des Krieges, der Flotte, der Werften und der Sitz des Großen Koordinators. Das Zentralgestirn des Arkon-Systems ist eine große, weißblau flammende Sonne von 1,25 Mio. km Durchmesser mit ursprünglich 27 Planeten und insgesamt 159 Monden. Die Färbung kommt durch die intensive UV-Strahlung der A8V-Sonne mit ihrer Oberflächentemperatur von 8.200 Kelvin zustande; eigentlich ist die Sonne Arkon weiß. Das System liegt fast genau im Zentrum des Kugelsternhaufens M-13, die genaue Entfernung zur Erde beträgt 34.000,238 Lichtjahre, das Milchstraßenzentrum ist 35.492 Lichtjahre entfernt. (Anmerkung: Die Daten über die Färbung und Temperatur der Sonne wurden dem Atlan-Traversan-Sonderheft entnommen.)

Arkon war ursprünglich der dritte Planet seiner Sonne. In der Neuzeit handelt es sich um ein Dreiersystem auf genau der gleichen Umlaufbahn, mit gleicher Geschwindigkeit und in konstant bleibender Sonnenentfernung von 620 Millionen Kilometern. Die Position der drei Synchronwelten, wie sie auch genannt werden, ist identisch mit den Eckpunkten eines gleichschenkligen Dreiecks. Die Jahreszeiten auf den Planeten ändern sich nie, da keine Achsenneigung besteht und die Umlaufbahnen ideal kreisförmig sind. Das Temperaturmittel beträgt 34°C. Arkon ist ein einmaliges Phänomen in der Milchstraße. (Anmerkung: Die Angabe in HC-10,alle drei Synchronwelten wären gleich groß, wird aufgrund ihrer Unwahrscheinlichkeit ignoriert - schließlich handelt es sich nicht um Kunstwelten. Im Verlagslexikon wird die Durchschnittstemperatur falsch mit 35°C angegeben.)

Diese geometrische Konstellation ist aber nicht natürlichen Ursprungs. Arkon I, die Kristallwelt, war im Jahr 12966 v.Chr. noch der dritte Planet. Er wurde zu klein. Durch die gewaltige Ausdehnung des Arkonidenreiches, und den damit einhergehenden Totalausbau des dritten Arkonplaneten wurde es erforderlich, Wirtschaft, Industrie, Wohngebiet und Raumflotte voneinander zu trennen. Hierfür wurden die Nachbarplaneten Zwei und Vier herangezogen. Da die alten Arkoniden zudem eine Zentralisierung der bedeutendsten Einrichtungen anstrebten, wurden später die Planeten Zwei und Vier mit den größten Impulstriebwerken aller Zeiten versehen. Dieses Projekt des Imperators Gonozal III. wurde zwar auch von Widerständen begleitet, doch diesen zum Trotz ließ er es dennoch durchführen. So wurden im Verlauf von zwölf Jahren die Welten sehr vorsichtig und behutsam aus ihren ursprünglichen Bahnen gezerrt und auf der Bahn des eigentlichen Arkon eingeordnet. Damit wurde jedoch erst die Grobpositionierung abgeschlossen; es bedurfte noch einmal 3.000 Jahre, bis im Jahr 9954 v.Chr. auch die Feinjustierung beendet war. Auf der Basis genau festliegender Berechnungen entstand damit die Synchronisierung, die Gleichschaltung von drei Planeten, die aber nach wie vor den Namen Arkon trugen. Nach der erfolgten Angleichung änderten sich auch die klimatischen Verhältnisse, und in der Neuzeit sind die Welten äußerlich nur noch anhand ihrer Größe voneinander zu unterscheiden; das Wetter wird auf allen drei Welten von der großen Maschine auf Arkon III gesteuert. (Anmerkung: Die Zeitangaben basieren auf dem Sonderheft zum Atlan-Traversan-Zyklus. Die Angabe, daß Arkon I ursprünglich der dritte Planet war, basiert auf der frühen Perry Rhodan-Handlung; diesbezüglich ergibt sich ein Widerspruch mit den Angaben im Atlan-Traversan-Sonderheft. Es wurde jedoch die ältere Angabe beibehalten, da sie angesichts der arkonidischen Mentalität auch wahrscheinlicher ist - die Arkoniden würden lieber andere Planeten auf die Bahn ihrer Heimatwelt zwingen, als ihre Wohnwelt zu verlegen.)

Man mag über diese Umorganisation eines ganzen Sonnensystems denken wie man will, es für Größenwahn halten, oder nur für eine technisch-wissenschaftliche Glanzleistung - Tatsache ist, daß das Projekt propagandistisch ausgeschlachtet wurde. Arkon galt nun als einzig passende Heimat für ein Volk, dem es nicht nur zustand, die Welten von M-13 zu beherrschen, sondern auch große Teile der Milchstraße - und nach damaliger Redensart eines Tages das ganze bekannte Universum. Und um dem ganzen einen gewissen mystischen Anstrich zu geben, wurden in der Folgezeit nur sehr wenige Arkoniden über das Geheimnis der Entstehung der Synchronwelten informiert; die frühen Herrscherdynastien hielten es für psychologisch wirkungsvoll, die Einmaligkeit einer solchen Konstellation als natürlich gegeben hinzustellen.

Bedingt durch die Umgruppierung wurde das übliche Zählschema für Planetenbahnen gesprengt; daher wurde der erste Planet des Arkon-Systems, dessen Eigenname "Zhym’ranton" lautet, mit der Bezeichnung Arkon A in die Kataloge eingetragen. Die Umlaufbahnen der ehemals zweiten und vierten Welt sind seitdem verwaist.

Die weiteren Planeten des Systems jenseits von Arkon XII bis zur Nummer 18 sind meist Gasriesen in der Art des solaren Uranus, umgeben von ganzen Mondfamilien und dünnen Ringsystemen, von denen jedoch keines die Pracht des Saturn entfaltet. Die Planeten besitzen Durchmesser zwischen 75.000 und 85.000 km, und ihre insgesamt 48 Monde wurden zu Stützpunkten ausgebaut, während die Planeten selbst sich als für eine Besiedlung ungeeignet erwiesen.

Die Planeten 19 bis 26 sind Eiswelten wie auch der äußerste Planet Mutral - mondlose, etwa marsgroße Himmelskörper, auf denen Robotverbände, Ortungs- und Taststationen sowie Hyperfunkanlagen stationiert sind, die als Relais -für die maßgeblichen Einrichtungen der inneren Arkonplaneten dienen. Sie sind die Augen und Ohren des Systems, die noch weit über die Grenzen des Kugelsternhaufens M-13 hinausreichen.

Zeitrechnung:

Grundlage für die arkonidische Zeitrechnung ist das Arkonjahr, das dem siderischen Umlauf von 365,22 Arkontagen zu 28,37 Erdstunden entspricht. Kalendarisch wird mit 365 Arkontagen gerechnet, wodurch sich alle 50 Arkonjahre ein Schaltjahr ergibt, in dem elf Arkontage angehängt werden müssen. Diese Wahl hat auch einen mythologischen Hintergrund; die elf Schalttage entsprechen den elf Heroen, die Schaltperiode selbst wird nach dem mythischen zwölften Heroen "Prago des Vretatou" genannt.

Jedes Arkonjahr ist unterteilt in zehn Monate zu je 36 Arkontagen, die wiederum aus 20 Tontas bestehen. Ein Tonta entspricht 1,4185 Erdstunden, eine Erdstunde also 0,705 Tontas. Grundlage für alle Umrechnungen bildet die Gleichsetzung von elf Arkonjahren mit 13 Erdjahren, wodurch sich ergibt, daß ein arkonidisches Jahr 1,182 Erdjahren entspricht - oder umgekehrt 0,846 Arkonjahre ein Erdjahr bilden.

Arkon I - Die mondlose Kristallwelt besitzt einen Durchmesser von 12.980 km und eine Schwerkraft von 1,05 g. Die Rotation liegt nach dem Entstehen der Synchronwelten bei 28,37 Stunden.

Im offiziellen arkonidischen Sprachgebrauch wird Arkon I auch als "Inbegriff der Herrlichkeit" bezeichnet. Tatsächlich gleicht die Oberfläche einer gigantischen Parklandschaft, die von unermüdlichen Robotern gepflegt und umhegt wird. Alle paar Kilometer wechseln Klima, Fauna und Flora, was durch unsichtbare Kraftfeldkuppeln ermöglicht wird, und es existieren auch zum Teil bizarre Urwelt-Reservate. Städte oder größere Ansiedlungen sind dagegen nicht zu erkennen, und der Besucher beginnt sich rasch zu fragen, wo die zehn Milliarden Arkoniden eigentlich leben, deren überzüchtete Wohnwelt dieser Planet ist.

Zweifellos ist Arkon I schön, gekennzeichnet von Prunk und Pracht - aber in jeder Hinsicht künstlich. Schöpferisch begabte Künstler waren hier tätig (auf Terra spricht man auch von Verrückten), und verwandelten die ehemalige Wildnis. Es gibt hier kaum einen Felsblock, der noch genau an der Stelle liegt, wo ihn die Natur abgelegt hat. Arkon I ist das abgekapselte Wohnheiligtum eines Volkes, das es bereits vor Jahrtausenden als unwürdig und widernatürlich empfunden hat, das eigene Heim neben Industriewerken zu errichten. Allein mit der Größe des Planeten und der Spezialisierung und Abschiebung von Handel und Industrie auf die beiden anderen Arkon-Welten ist es erklärbar, daß man beim Anflug auf die Kristallwelt den Eindruck gewinnt, eine nur dünn besiedelte Welt vor sich zu haben. Es gibt sogar Urwälder, in denen vornehmlich junge Arkoniden auf die Jagd nach Sauriern gehen - wenngleich man eine solche Aktion sicher nicht mit einer terranischen Großwildjagd vergleichen kann.

Die Oberfläche des Planeten wird beherrscht vom großen Äquatorialkontinent Laktranor, dessen kleinen Sichelbinnenmeer Sha’shuluk und der Ostküste. Die vorgelagerten Inseln sind völlig in sich abgeschlossene Wohngebiete mit hunderten Kelchbauten unterschiedlicher Größe - Heim für Millionen "Essoya" des einfachen Volkes. Es handelt sich um Apartmentpaläste mit individuell gestalteten Hängegärten und Innenhof-Terrassen - weiß und strahlend, aber abweisend in ihren schmucklosen Außenfasaden. Aber selbst diese "einfachen" Arkoniden leben in einem Luxus, der anderen Völkern nahezu unvorstellbar erscheint.

Die Arkoniden leben ihren Tag kaum nach den natürlichen Tag-Nacht-Grenzen. Die meisten würden es als lächerlich oder gar widerwärtig empfinden, sollte jemand auch nur auf den Gedanken kommen, daß ein Arkonide den Ablauf seines Tages nach der von der Natur willkürlich geschaffenen Teilung zwischen Helligkeit und Dunkelheit einrichten könnte. Hier und da liebt man es, mit bodengebundenen Fahrzeugen von Ort zu Ort zu fahren, wobei sich die besonderen Schönheiten des Planeten besser bewundern lassen. Das Netz der Straßen wurde nur zum Zwecke der Entspannung und Erholung angelegt. Nur die allgemein wichtigen Gebäude sind durch Hochstraßen verbunden, die auf Säulen oder freischwebend die Parklandschaft durchqueren. Jedem Arkoniden steht das automatische Gleiterverkehrssystem kostenlos zur Verfügung. Die maximale Reisegeschwindigkeit beträgt hierbei etwa fünffache Schallgeschwindigkeit - mehr käme einer Entwürdigung des Wohnplaneten gleich. Für Notfälle stehen aber natürlich wesentlich schnellere Verkehrsmittel zur Verfügung.

Das auf der Erde des 20. Jahrhunderts noch gültige Gesetz der Vereinheitlichung und Stilisierung wurde bei den Arkoniden etwa 6.000 Jahre vor der Zeitwende abgeschrieben. Man will um nichts in der Welt in ein Schema gepreßt werden, was vordringlich für die privaten Wohnsitze zutrifft. Nachahmungen von Kunstwerken gibt es nicht - es wäre ein Verstoß gegen die Sitten. Nie sieht ein Park aus wie der andere, nie wird ein Arkonide das gleiche Haustier halten wie sein Nachbar. Es ist eine überspitzte Zivilisation. Selbst in der medizinischen Wissenschaft neigt man zur Entstilisierung; ein individueller Operateur wird bei genau dem gleichen Eingriff wenigstens eine andere musikalische Untermalung wählen. Aber die Individualisierung läßt sich nicht endlos treiben - die Bauten auf den Inseln des Planeten sind der breiten Volksmasse vorbehalten. Nicht jede Familie hat somit ein großes Trichterhaus für sich allein.

Auf Arkon I existiert nur ein einziger großer Militärraumhafen - der einzige Platz, der nicht der Erholung und den schönen Künsten vorbehalten ist. Hier herrscht kalte Zweckmäßigkeit, was zur Folge hat, daß das nächste Wohnhaus über 300 Kilometer entfernt errichtet wurde. (Anmerkung: Bislang konnte nicht endgültig geklärt werden, ob dieser Militärhafen identisch ist mit dem Hafen des Imperators, der zum Kristallpalast gehört.)

Auch im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts NGZ gleicht die Oberfläche von Arkon I einer Parklandschaft. Trichterbauten und Paläste passen sich harmonisch der Landschaft an. Städte gibt es nur im Bereich der Raumhäfen [PR-2200].

Die "Wohnmaschinen":

Diese Trichter sehen nach außen hin aus, als ob sie auf ihren Stielen balancieren würden. Die Arkoniden bauen ihre Häuser in der Form riesiger Trichter, weil sie in ihre Architektur eine beachtliche Portion Psychologie bewußt hineingemischt haben und die Trichterform für diejenige halten, die dem Hausbewohner ein Höchstmaß an Individualität und Abgeschiedenheit gewährleistet. Innen sind die Trichter hohl, die Innenwände terrassenförmig angelegt. Die Größe der einzelnen Gebäude schwankt zwischen kleinen, pavillonartigen Trichtern, die sich halb hinter Büschen verstecken, über Wohntrichter von 10 bis 30 Metern Höhe und die Gebäude der angesehenen Geschlechter von 100 Metern Höhe oder mehr, bis hinauf zum Palast des Imperators auf dem Hügel der Weisen (s.u.).

Die Trichterbauten der Arkoniden stehen auf verhältnismäßig dünnen, manchmal beachtlich langen Stielen, und stellen Wunderleistungen der Statik und des verwendeten Baumaterials dar. Sie sind außerdem ein Hinweis darauf, wie sehr die arkonidische Zivilisation dazu übergegangen ist, sich gerade im privaten Bereich nicht mit dem abzufinden, was die Technik von sich aus anbietet, sondern die Technik nach den eigenen Wünschen zu formen.

Auf den untersten Terrassen der Trichter finden sich gewöhnlich Gärten. Darüber Verwaltungs- und Wohnräume, zum Teil zum Trichterinneren hin offen, zum Teil durch Wände abgeschirmt. Ein Trichter ist eine ganze Welt für sich und sieht von innen noch größer aus, als von außen. Nach oben hin sind die Trichter offen. Die einzelnen Terrassen sind vier bis fünf Meter hoch. Der Anblick der Etagen ist abwechslungsreich - es gibt offene Nischen und Glas- und Fensterwände. Einzelne Plattformen ragen aus dem Gefüge der Terrassen heraus - Plätze um Ausschau zu halten, oder auch solche, auf denen Luftfahrzeuge, von oben hereinkommend, niedergehen können. Teilweise gibt es regelrechte Hängegärten, die die Wände fast verschwinden lassen. Antigravschächte dienen der Beförderung zwischen den einzelnen Etagen. Von den Terranern wurde für die Trichterbauten der Begriff "Wohnmaschine" geprägt; ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem sorgt dafür, daß es den Bewohnern nicht nur an nichts fehlt, sondern daß auch ein unbemerktes Eindringen nahezu unmöglich ist. Außerdem organisiert es sofort Hilfe, falls einem Bewohner etwas zustoßen sollte. Nicht-Arkoniden ist das Betreten der Trichterbauten nur in Ausnahmefällen erlaubt. Und selbstverständlich erhalten nur Arkoniden den symbolischen Willkommenstrunk.

Im folgenden werden die wichtigsten Bauwerke und Zeugnisse arkonidischer Kunst detailliert beschrieben:

Eukolards Werk:

Das Küstengebirge des Äquatorialkontinents steigt zum Landesinneren hin rasch in Höhen bis 2.000 Meter an. Die Gipfel wurden zu riesigen Köpfen und Halbfiguren längst zu Staub zerfallener Imperatoren und Größen des Imperiums umgestaltet. Die Krönung bildet eine mehrere Kilometer lange Plastik von abstrakter Form, die den Kamm des größten Höhenzuges ziert. Das Licht reflektiert sich darin besonders stark. Es ist die Versinnbildlichung der Eroberung der Galaxis, erschaffen im Jahr 6960 v.Chr. vom bedeutendsten Künstler seiner Zeit. Eukolard arbeitete sein Leben lang mit einem gewöhnlichen Energiestrahler zum Herausschmelzen der einzelnen Szenen. Er verwendete keine Düsenvorsätze, wie dies andere Künstler taten. Als sein Werk vollendet war, benötigte er für 8,3 Stunden das gesamte Energievolumen des Planeten, um das Gestein in einem vorsichtigen Prozeß vollständig in kristallisierten Kohlenstoff umzuwandeln; seitdem besteht die Plastik aus reinstem Diamant. Die Berechnung über den effektvollsten Schliff wurde vom damals noch machtlosen Robotregenten vorgenommen. Vibrationsgeschütze der Flotte beendeten unter Eukolards Leitung diese Aussage über die arkonidische Geschichte.

Der Hügel der Weisen:

Diese Bezeichnung stammt noch aus jener Zeit, als der Kristallpalast noch nicht existierte. Aber schon damals war dieser Platz Tagungsort des Zwölferrates. 500 km östlich von Eukolards Werk befindet sich das Hochplateau von "Thek-Laktran": Auf 2.000 km² - einem Quadrat von etwa 45 km Seitenlänge - breitet sich heute das Regierungszentrum des Hügels der Weisen aus, einschließlich des zehn Kilometer großen Landefelds. Mittelpunkt ist der Kristallpalast mit seiner Parklandschaft, ringsum finden sich Ministerien, Botschaften, Verwaltungszentren - gigantische Gebäudekomplexe, in charakteristisch arkonidischer Bauweise auf stielförmigen Fundamenten errichtet. Bis zu 500 Meter recken sie sich in den klaren Himmel. Und bis in acht Kilometer Tiefe reichen Subetagen, Tiefbunkeranlagen und Positronengehirne, die zu den größten neben denen des Robotregenten gehören, mit dem gleichzeitig alle Gebäude vernetzt sind. Hier wohnen die höchsten Würdenträger der arkonidischen Gesellschaft, und es können die Botschafter und Gesandten befreundeter oder ins Imperium integrierter Völker und Kolonialwelten aufs beste untergebracht werden. Auch die terranische Botschaft bewohnt hier seit dem 21. Jahrhundert einen Trichterbau.

In den Hängen des Hügels der Weisen liegt auch die She’huhan-Grotte. Im Volksmund auch weiterhin als "Tempel" bezeichnet, stellt sie in der Neuzeit eigentlich nur noch eine Museumsanlage dar, bekannt als die "Hallen der Geschichte". In der größten ihrer Hallen sind die Götterstatuen zu bewundern, jene 24 Entitäten, die die altarkonidische Mythologie bevölkert haben - denn She’huhan bedeutet nichts anderes als "die Sternengötter". Gerne wird die Grotte daher auch heute noch für besonders publikumswirksame Anlässe genutzt.

Der Palast des Imperators:

In seiner im 21. Jahrhundert bekannten Form entstand der Kristallpalast auf Befehl von Zakhagrim III. etwa um 17529 v.Chr. Fertiggestellt wurde er eigentlich nie, denn immer wieder gab und gibt es Umbauten, Änderungen der inneren Architektur, Einbauten neuer Technik. Nicht einmal im Robotregenten auf Arkon III ist ein kompletter Plan gespeichert, und sogar Abtastungen und Durchleuchtungen scheitern aufgrund tausendfacher Absicherungen, Tarneinrichtungen, Kraft- und Deflektorfeldern - ganz zu schweigen von den zahlreichen Geheimgängen, die mit modernster Technik gesichert sind, sowie rein mechanischen Systemen und ähnlichen Dingen. All dies ist ein Indiz dafür, wie gefährlich der Inhaber des Imperatorenamtes tatsächlich lebt - Anschläge auf sein Leben waren damals und sind auch in der Neuzeit an der Tagesordnung. Eine Durchforschung der Khasurn-Archive könnte zwar einige Bauunterlagen offenlegen, doch niemals alle. Nur so konnte es letztlich auch dem Báalol Segno Kaata gelingen, Atlans Aktivator zu stehlen. Nach diesen Ereignissen beschließt Gonozal VII.., sein Hauptquartier in das große Robotgehirn auf Arkon III zu verlegen. Ein Palast-Neubau kommt dagegen für ihn nicht in Frage - das würde die traditionsbewußten Arkoniden massiv vor den Kopf stoßen.

Die funkelnde, kristalline Mauerwerkstruktur des Palastes ist fast 1.000 Meter hoch, und verlieh dem Gebäude die Bezeichnung "die Perle Arkons". Allein der Sockel besitzt einen Durchmesser von 500 Metern, das Rund des Innenhofes 1.500 Meter. Die Terrassen steigen vom zentralen Garten bis zur 800 Meter höher gelegenen Oberkante an. (Anmerkung: Ursprünglich war in der Handlung um den ersten Besuch Perry Rhodans auf Arkon angegeben, daß allein der Trichterstil des Palastes einen Durchmesser von 1.500 Metern hat. Diese Angabe wurde jedoch den Daten aus Atlan-Buch-14 angepaßt, da 1.500 Meter doch etwas viel erscheint angesichts der Größe anderer Gebäude auf Arkon I.)

Der Kristallpalast ist mehr als nur der Wohnsitz des Imperators - er ist auch der Tagungsort des Großen Rates und Stätte prunkvoller Empfänge, gleichzeitig das Symbol der unumschränkten Macht des Großen Imperiums. Im Konfernzraum neben dem Saal der Weisen steht noch heute jener 20 Meter lange Tisch, der einst aus einem fast 25 Meter durchmessenden Bmerasath, einem blau schimmernden Halbedelstein, geschliffen wurde. Der Edelstein stammt ursprünglich nicht aus M-13, sondern aus der Milchstraße, von wo ihn der Arkonide Petesch einst mitbrachte. Im Jahr 2047 wird darin der "Verlorene Kristall von Kariope" entdeckt (vgl. auch unter der Imperatorenliste des Großen Imperiums bzw. Zeittafel).

Im Palast gibt es allein drei Operationssäle, die nur dem Imperator vorbehalten sind. Jedes Zimmer hat eine Verbandstation für Erste Hilfe. Verdorbene Medikamente werden von Medorobotern regelmäßig ersetzt. Vor dem Palast liegt ein Raumhafen, der ausschließlich dem Imperator und autorisierten Personen vorbehalten ist. Der Festsaal, die Prunkhalle für Empfänge des Arkonidenherrschers, faßt mehr als 10.000 Gäste.

Der Stammsitz der Familie Zoltral:

Südlich des Maroarg-Raumhafens liegt das sichelförmige Binnenmeer Sha’Shuluk. Sha’shuluk liegt westlich der Hügel der Weisen.

Sha’shuluk:

An der Südküste mündet der Druncen-Fluss in das Binnenmeer. Dicht vor der Mündung wird der Flusslauf des Druncen-Flusses zu einer 3 Kilometer hohen Parabel geformt [PR-2100]. Unübersehbar auf Arkon I ist jener 4000m breite Wasserfall, der entgegen allen Naturgesetzen elegant in den wolkenlosen Himmel ragt und torartig wieder herabfällt. Dieser Torbogen ist eines der Wahrzeichen des Planeten, und kein Arkonide versäumt es, während eines Spazierfluges das "Tor der Zoltral" gebührend zu bewundern. Direkt unter ihm erhebt sich ein Trichterpalast mit traumhaft schönen Innengärten und einer schwebenden Aussichtsplattform, nachts erzeugt die Beleuchtung ein prachtvolles Lichtermeer. Das ist der Stammsitz der Zoltral, wo auch Thora aufgewachsen ist.

Die Stadt Shulukai liegt am Sha’shuluk. Shulukai dient Nichtarkoniden als Sammelpunkt. Entlang einer Uferpromenade schlängeln sich halb legale Wochenmärkte (auch Drogen und verbotene Waffen werden feilgeboten) von kultureller Vielfalt [PR-2200].

Arkon II - Dieser Planet dient dem galaktischen Handel, der Industrie und der internen Ernährungswirtschaft des arkonidischen Volkes. Arkon II ist ein technifiziertes, industrialisiertes Gebilde von vollendeter Fugenlosigkeit - die Welt der robotgesteuerten Mammutfabriken und der riesenhaften Raumhäfen. Der größte davon gehört zu Olp'Duor; er bedeckt eine Fläche von rund 30.000 km². Schon das Kernlandefeld umfaßt ein Gebiet von 50 x 50 km, hinzu kommen die ringsum angeordneten, nur wenig kleineren Nebenlandefelder, Werft- und Depotanlagen und tausende Handelshäuser - insgesamt betrachtet eine Tag und Nacht pulsierende Enklave von rund 200 Kilometern Durchmesser. Der Wert der täglich allein hier umgeschlagenen Waren beläuft sich im Jahr 1984 auf etwa acht Milliarden Chronners - und Olp'Duor ist nur ein Hafen von insgesamt 300. (Anmerkung: Die Größe von Olp’Duor wurde dem Verlagslexikon entnommen. Dort wurde jedoch eine Gesamtzahl der Häfen von mehr als 300 angegeben.)

Damit ist der zweite Planet der synchronisierten Dreiergruppe die wirtschaftliche Großmacht der Milchstraße. Es ist die Welt der Großstädte und der mächtigsten Industriekonzerne der erforschten Galaxie. Die hier produzierten Güter sind nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch quantitativ ausreichend, um mit ihnen sämtliche Kolonialwelten überschwemmen zu können. Es gibt kaum etwas, was auf Arkon II nicht hergestellt wird. In den planetenumspannenden Laden- und Silostraßen, die seit Jahrtausenden im ganzen Imperium berühmt sind, können die Intelligenzwesen des Reiches alles kaufen, was jemals in den Weiten des Alls entdeckt wurde oder angebaut wird, und die Lagerhallen quellen über vor Gütern. Praktisch alle bekannten Völker der Milchstraße geben sich hier ein Stelldichein und bilden ein riesiges Völkergemisch. Auf Arkon II existieren außerdem die festen Handelsniederlassungen von mindestens 400 Fremdvölkern, wobei die arkonidischen Kolonialvölker noch nicht eingerechnet sind; aus ihren Reihen leben etwa zwei Milliarden hier. (Anmerkung: In Atlan-Buch-14 wird angegeben, daß hier zwei Milliarden Arkoniden leben. Angesichts der Degeneration und der grundsätzlichen Einstellung dieses Volkes erscheint es zu jener Zeit, also im Jahr 2047, aber kaum vorstellbar, daß sich derart viele Arkoniden ein Leben auf dieser industrialisierten Welt auch nur vorstellen könnten. Daher wurde die Angabe in Richtung von "Kolonialarkoniden" korrigiert.)

Beeindruckender sind nur noch die Dimensionen, die hier getätigte Geschäfte erreichen. Milliardengeschäfte sind an der Tagesordnung. Umsätze in Höhe von 200 Milliarden Solar sind üblich, und Abschlüsse nahe der Billionengrenze noch nicht besonders erstaunlich. Börsenaktivitäten und tägliche Finanz- und Warenflüsse bewegen sich in Größenordnungen von einigen hundert Billionen Solar. Hochgerechnet auf die Gesamtwelt beläuft sich das Zollaufkommen pro planetarem Tag im Jahr 2047 auf mehr als 50 Milliarden Solar - das ist mehr als das lokale Bruttosozialprodukt mancher kleinen Kolonialwelt.

Die vollautomatische Verladeanlagen arbeiten Tag und Nacht mit Hochdruck, um laufend mehrere tausend Raumer abzufertigen. Frachter starten und landen unablässig. Man trifft hier arkonidische Kugelraumer, walzenförmige oder sehr schlanke Konstruktionen. Hier landen die Sendboten fremder Völker, die in den meisten Fällen aus ehemaligen Arkonauswanderern hervorgegangen sind, den Vorfahren aber kaum noch gleichen. Längst haben sie sich den jeweiligen Umweltbedingungen angepaßt. Arkon II ist ein kosmischer Ameisenhaufen, auf dem die Arkoniden selbst nur selten anzutreffen sind. Außerdem stellt der Planet einen wichtigen Zulieferer für die vielen Rohstoffe dar, die auf Arkon III benötigt werden.

Nach Olp’Duor die bedeutendste Stadt des Planeten ist Torgona, benannt nach dem ersten arkonidischen Handelsmann, der von hier aus mit einem bewaffneten Frachter startete, um auf fremden Welten Waren einzutauschen. Das war etwa 16.000 Jahre vor der Zeitwende. In den breiten Prachtstraßen von Torgona geben sich alle Intelligenzwesen der Milchstraße ein Stelldichein. Selbst nichtmenschliche Besucher sind hier so alltäglich, daß ihnen keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Man sieht sich nicht einmal um, wenn ein methanatmendes Wesen im Schutz eines unförmigen Raumanzugs vorüberschnauft. (Anmerkung: Ob angesichts der geschichtlichen Angaben aus Atlan-Buch-14 der Zeitpunkt für Torgonas Start aufrecht erhalten werden kann, konnte bislang nicht geklärt werden.)

Eine Sonderrolle nimmt der Freihafen von Pherbon ein. Dabei handelt es sich um eine private Einrichtung, die von einem Konsortium betrieben wird, das ausschließlich von Angehörigen der "Macht der Sonnen" kontrolliert wird - einer verschwörerischen Gruppe des hohen arkonidischen Adels, die bereits seit Jahrtausenden Einfluß auf die arkonidische Politik nimmt. Für das uneingeschränkte Recht, innerhalb der Freizone des Hafens praktisch alles tun und lassen zu können, was der Minimalreglementierung von Angebot und Nachfrage entspricht - und somit auch ansonsten illegales einschließt - ist dem Staat jährlich eine Summe von 1,5 Billionen Chronners zu überweisen.

Diese Einrichtung beweist, daß der Überwachungsring des arkonidischen Zolldienstes bei weitem nicht so undurchlässig ist, wie er es dem Gesetz nach sein müßte. Und selbst für Händler aus der gesamten bekannten Milchstraße, die diese Lücken im System nicht zu nutzen gedenken, besitzt Pherbon eine Anziehungskraft ohnegleichen -handelt es sich doch gerade wegen der fehlenden Beschränkungen um einen Warenumschlagplatz, wie es kaum einen zweiten gibt.

Die Schwerkraft auf Arkon II liegt bei 0,7 g, der Durchmesser etwas über dem des solaren Mars, die Rotation beträgt nach Entstehung der Synchronwelten 28,37 Stunden. Im Krisenfall ist der mondlose Planet für nicht-arkonidische Schiffe gesperrt; diese müssen dann auf die Planeten sechs bis acht des Arkon-Systems ausweichen. Der Robotregent beschränkt während seiner Herrschaft den Handelsverkehr außerdem auf das Notwendigste - in erster Linie die Beschaffung erforderlicher Rohstoffe für Arkon III. Erst mit der Machtübernahme Atlans im Jahr 2044 kehren wieder die gewohnten Verhältnisse auf Arkon II ein.

Arkon III - Die dritte der Synchronwelten besitzt ebenfalls keine Monde, einen Durchmesser von 13.250 km, eine Schwerkraft von 1,3 g und die Rotation liegt nach den Gleichschaltung der drei Planeten bei 28,37 Stunden. Diese Daten scheinen aber die einzigen zu sein, die Arkon III noch mit einem "normalen" Himmelskörper verbinden.

Früher existierten auch hier noch Wälder, Bäche und Flüsse (etwa im Jahr 12898 v.Chr.), doch in der Neuzeit stellt die Oberfläche dieses Planeten längst keine wirkliche Landschaft mehr dar. Fabrik reiht sich an Fabrik. Ein Kraftwerk folgt dem anderen. Nirgends ist eine Pflanze zu sehen, kein Höhenzug der den Namen verdient hätte. Es ist eine völlig eingeebnete Oberfläche, die in ihrer Gesamtheit aus Stahl, Plastik und anderen Kunststoffen zu bestehen scheint - ein einziger militär-industrieller Komplex. Nur die ursprünglichen Meere erinnern noch daran, daß es sich nicht um einen künstlichen Himmelskörper handelt. Naturgemäß blieb die systematische Beseitigung der Natur auf Arkon III nicht ohne Auswirkungen, und so stellt sich der Planet als ökologischer Alptraum dar; riesige Ökokonverter sind notwendig, um die Atmosphäre aufzubereiten und halbwegs erträgliche Umweltbedingungen zu generieren. Aus diesem Grund wundert es auch nicht, daß nur wenige Dutzend Millionen Arkoniden hier leben, während das Hauptkontingent aus mehreren hundert Millionen Naats gebildet wird.

Über 25.000 Werften größten Ausmaßes, von der Robotfertigung und komplizierten Bandstraßen dominiert, produzieren täglich neue Raumschiffe und Beiboot-Trägerwaffen. Mobile Roboter zeichnen für die Endmontage verantwortlich. Daran ist leicht zu erkennen, daß diese Welt allein dem Flottenbau vorbehalten ist. (Anmerkung: In Atlan-Buch-14 ist angegeben, daß die Endmontage bei Großraumschiffen auch häufig im Orbit erfolgt, was im krassen Gegensatz zur bisherigen Praxis steht. Angesichts des enormen Schiffsverkehrs von Kriegs- und Versorgungsflotten über Arkon III erscheint eine Orbitalmontage zweifelhaft; darüber hinaus handelt man sich damit einen strategischen Nachteil ein, weil kilometertief unter der Oberfläche die Produktion selbst dann noch weiterlaufen kann, wenn Orbit und Oberfläche verwüstet sind. Bezüglich der Zahl der Werften wird mit Verarbeitung des dritten PR-Zyklus vermutlich eine Korrektur erfolgen müssen, und zwar auf etwa 2.500 oder 5.000,da mehr für die laufende Schiffsproduktion nicht notwendig sind, wenn man gleichzeitig eine Kriegsflotte von etwa 100.000 Einheiten unterstellt.) Allerdings hat sich Arkon nicht gänzlich von dieser gigantischen Rüstungsmaschine abhängig gemacht; in anderen Sonnensystemen wie etwa Kolafton entstehen ebenfalls Kriegsschiffe, die lediglich zur Endmontage nach Arkon III gebracht werden.

Großstädten gleich reihen sich Forschungs- und Entwicklungszentren sowie angegliederte Riesendepots aneinander. Darüber hinaus gibt es hier auch Waffenlager riesiger Ausmaße, ausgedehnte Kasernen mit ihren Schulungszentren, die militärischen Akademien für künftige Offiziere und medizinische Institute. Nur die zahllosen Raumhäfen lockern das Bild technifizierter Fugenlosigkeit etwas auf - und hier wimmelt es von Kampfraumern aller Art. Nach der Machtübernahme des Robotregenten und vor allem während des Druufkrieges läuft die Produktion auf Hochtouren. Es gibt bis ins 21. Jahrhundert hinein nichts, was sich mit dem Rüstungsgiganten Arkon III vergleichen ließe. Und selbst für den Fall, daß die Welt von allen Nachschublieferungen abgeschnitten werden sollte, wurde vorgesorgt; die eingelagerten Rohstoffe, Ausrüstungsgegenstände und Halbfertigprodukte sind ausreichend, um eine hundertprozentige Produktion aller Werke für drei Monate zu gewährleisten. Nur im Jahr 2044 muß dieser Vorrat aufgrund einer durch die Galaktischen Händler hervorgerufenen Wirtschaftskrise einmal angegriffen werden.

Da selbst die Oberfläche von Arkon III mit der Zeit zu klein geworden ist, haben die alten Arkoniden damit begonnen, die Welt auszuhöhlen. Atomsonnen, in ihrer Strahlung exakt der Sonne Arkon nachgebildet, erhellen die unterirdischen Städte, die der Unterbringung der Truppen dienen - Kolonialvölker würden sich an der Oberfläche schnell einen Sonnenbrand von der hohen UV-Strahlung zuziehen. Daher gibt es für sie eigene Städte, die spezielle Umweltbedingungen aufweisen. In allen unterirdischen Städten hat man aber auf Trichterbauten verzichtet. Hier herrscht nur ein zweckgebundener Baustil. Es gibt breite Straßen mit angeschlossenen Transportbändern und so viele Hinweisleuchtschriften, daß man davon verrückt werden kann. Die gewölbte Decke der Halle ist dem natürlichen Himmel in Farbe und Gestaltung nachgebildet. Die wichtigsten Schalt-, Energie- und Kommandostationen liegen teilweise bis zu 6.000 Meter unter der Oberfläche, die Werke der Triebwerksfertigung liegen etwa 5.000 Meter tief. Die hier unten fertiggestellten Raumschiffe erreichen die Oberfläche über riesige Antigravschächte. Genau betrachtet ist Arkon III ein millionenfach durchlöcherter und ausgebrannter Himmelskörper, auf dem alles der reinen Zweckmäßigkeit dient.

Auf Arkon III gibt es auch den größten Energieschirm des Großen Imperiums. Er reicht mit fast 80 Kilometern bis in die höchsten Schichten der Atmosphäre. Hier ist der Sitz des Großen Koordinators - des Robotregenten. Die Schaltanlage, ursprünglich als Koordinierungsapparat für die gigantische Rüstungsmaschinerie geplant, beansprucht etwa 10.000 km² - trotz arkonidischer Mikrotechnik. Mehr als 8.000 Jahre sollen die Technikergenerationen daran gearbeitet haben. Sektor auf Sektor wurde hinzugeschaltet, bis es schließlich nichts mehr gab, was man an Wissen und Können in positronischen Speicherbänken abrufbereit verankern konnte. Wie tief das Gehirn in den Boden eingebettet ist, weiß niemand. Es ist aber völlig autark und natürlich stark bewaffnet. (Anmerkung: Bekannt sind Thermostrahler, deren einzelne Strahlen selbst ein Schlachtschiff der arkonidischen IMPERIUM-Klasse kaum abwehren kann.) Auf Arkon III steht auch die leistungsfähigste Hyperfunkanlage der bekannten Milchstraße. Sie arbeitet mit mindestens 50 Mio. kW, und erreicht so auch ohne Relaisstationen das 34.000 Lichtjahre entfernte Sol-System.

Der Mammutkomplex des Regenten ist strahlenförmig umgeben von sechs Großraumhäfen mit 70 Kilometer Durchmesser, und im Norden folgt dem Rand der riesigen Energiekuppel ein 20 Kilometer langes Areal, auf dem mehrfach gestaffelt die Säulenhochbauten des Flottenzentralkommandos residieren - bis zu 1.000 Meter hohe Achteck-Prismen, die nur den Oberflächenbereich der eigentlich viel umfangreicheren, subplanetarischen Anlagen darstellen. Der Dienstbetrieb nimmt hier zeitweise atemberaubende Ausmaße an, etwa während der Methankriege, oder nach der Machtübernahme von Gonozal VII.. Zehntausende Personen leben und arbeiten hier, koordinieren die Flotten- und Geschwadereinsätze und lassen das Herz des Imperiums pulsieren. Hier starteten einst jene Flotten, mit denen die Arkoniden das Große Imperium schufen und stetig ausehnten.

Der Tag-Nacht-Rhythmus wurde auf Arkon III abgeschafft. Die vollautomatischen Maschinen und Fertigungsanlagen laufen Tag und Nacht, und Roboter brauchen keinen Schlaf. Atomsonnen ersetzen auf der jeweiligen Nachthalbkugel das Licht der Sonne Arkon. Mehrere Milliarden stationärer Schaltstationen und beweglicher Robotreparaturkommandos sind unablässig an der Arbeit.

Ein logistisches Problem ersten Ranges ist die Versorgung des Rüstungsplaneten mit ausreichend Rohstoffen. Arkon III selbst ist völlig ausgebeutet. Es gibt kein Erzklümpchen mehr, das des Förderns wert wäre. Eine planvoll ferngesteuerte Handelsflotte ist daher ständig unterwegs, um die erforderlichen Güter herbeizuschaffen. (Anmerkung: Die Angabe in Atlan-Buch-14, daß im Jahr 2047 auch vom Robotregenten reaktivierte Ferntransmitter-Verbindungen zum Einsatz kämen, ist falsch. Vgl. dazu auch die Erläuterungen zu Imperator Nardonn XX.) Eine ausgeklügelte Infrastruktur, die alle Verbindungswege und Transportmittel kombiniert, sorgt für einen reibungslosen Verkehr.

Im September des Jahres 2329 schreibt das Schicksal den letzten Akt des bereits legendär gewordenen Rüstungsplaneten. Verbündete Streitkräfte der Blues und der Akonen greifen das Arkon-System an, nachdem die Verteidigungsanlagen zuvor durch Störsender lahmgelegt wurden. Erst im letzten Augenblick können die terranische Flotte und die Flotte der USO den Arkoniden zu Hilfe kommen, und damit die Eroberung bzw. Vernichtung des Systems verhindern. Allerdings kommt diese Hilfe für den Planeten Arkon III zu spät; durchbrechende Bluesschiffe bombardieren den Planeten, so daß er schließlich zerbricht [PR-199]. Obwohl im Dezember 1304 NGZ ein neuer Planet eingefügt wurde, bewegen sich die Überreste des zerstörten Kriegsplaneten auf derselben Umlaufbahn [PR-Glossar 2099].

Arkon III [PR-Glossar 2098]

Es dauerte bis zum 26. Dezember 1304 NGZ, bis durch Bostich I. ein neuer dritter Planet in das sogenannte Tiga Ranton eingefügt wurde. Seitdem wird Arkon wieder von drei Synchronwelten umkreist, die künstlich als drei Eckpunkte eines gleichseitigen Dreiecks gruppiert sind und eine gemeinsame Umlaufbahn mit einem Radius von 620 Millionen Kilometern besitzen. Die Welten besitzen keine nennenswerte Achsneigung die Eigenrotation entspricht jeweils 20 Tontas (entspricht 28,37 terranischen Stunden). die Jahreslänge beträgt 365,22 Arkontage (entspricht 1,182 Erdjahren) und sie besitzen keine Monde.

Arkon III, der ehemals als Arkon XX mit Eigennamen Subtor um die Sonne kreiste, durchmißt 7745 Kilometer und weist eine Schwerkraft von 0,75 Gravos auf. Ursprünglich war er wie alle Planeten von Nummer 19 bis 26 eine jener mondlosen, meist etwa marsgroßen Eiswelten, die bei einer Beschreibung des Arkon-Systems meist unerwähnt bleiben. Mittlerweile ist die Arkonformung abgeschlossen. Kilometertiefe Schächte wurden in die Planetenkruste getrieben; gut fünfzig Prozent der Oberfläche des Planeten sind Mitte 1304 NGZ von Bauten bedeckt.

Unter der Oberfläche entstanden Millionen Quadratkilometer Kavernen; diese wurden mit Maschinen aller Art bis zum Rand gefüllt. Subplanetarische Werften von gigantischen Ausmaßen wurden erbaut, ebenso gut 500 Raumhäfen, die jeweils rund 100 Kilometer durchmessen. Wie der frühere Kriegsplanet ist das "neue" Arkon III eine technisierte Welt, deren Oberfläche maßgeblich von Plastbeton, Stahl und Kunststoffen bestimmt wird - ein militärisch-industrieller Komplex, der seinesgleichen in der Galaxis sucht.

Überdimensionale Transmitterbögen lassen kilometerlange Container materialisieren; scheinbar endlose Warenströme werden maschinell fortbewegt. Höchsttechnisierte Städte für Millionen Bewohner sind entstanden. Abwehrforts sind mit den größtkalibrigen Transformkanonen bestückt. Zudem ist Arkon III der Stationierungsort des flugfähigen Flottenzentralkommandos Ark'Thektran, Von Arkon III aus wird auch der Kristallschirm gesteuert.

Die Oberfläche des neuen Kriegsplaneten wird im Januar 1309 NGZ zu einem beachtlichen Prozentteil von planetaren Festungsanlagen, Robotfabriken und Forschungszentren bedeckt. Die Bebauung des Planeten wird ober- und unterirdisch immer weiter vorangetrieben [PR-2100]. Das Betreten des neuen Kriegsplaneten gilt als Privileg, ist doch Zivilpersonen der Zutritt verboten.

Yobilyn-Werft

Diese Werftanlage des neuen Arkon III ist streng geheim. In aller Heimlichkeit wurde das 500-Kilometer-Areal am Äquator, inklusive eines eigenen Raumhafens, errichtet. Benannt wurde die Werft nach dem Imperator Yobilyn I. Sie wird durch hochwirksame Antiortungsfelder geschützt. Bis zum Jahr 1306 NGZ weis man trotz aller Nachforschungen nicht mehr, als das dort reine Kriegsschiffe von einem Durchmesser bis zu 2000 Metern gebaut werden sollen. Gerüchte sprechen von Schiffen des Khasurn-Typs.

Die eigentliche Yobilyn-Werft befindet sich in einer stationären Hyperraumblase, wie einst die Para-Arsenale der Zweitkonditionierten [PR-2162, Seite 52]. Technologische Basis der Einlagerung bleibt die Paratron-Technologie, jedoch spielt dabei auch der vektorierbare Grigoroff eine Rolle. Mit dem Normalraum ist die Hyperraumblase durch Spezialtransmitter verbunden, die auf der Grundlage der halutischen Dimensionskatapulte konstruiert wurden.

Die Hauptplattform der Yobilyn-Werft ist 5 km dick und hat einen Durchmesser von 10 Kilometern. In erster Linie beherbergt die Hauptplattform den übergroßen Grigoroff-Projektor mit den dazugehörigen Gravitraf-Speichern zur Energieversorgung.

Bei der eigentlichen Werftanlage handelt es sich um eine nach und nach gewachsene Ebene von derzeit hundert Kilometern Durchmesser und 10 Kilometern Dicke (Stand PR-2162 = April 1312 NGZ). Wegen der Geheimhaltung beschränkt sich die Besatzung auf ein Minimum. Von vorn herein achtete man bei der Konstruktion auf höchste Automatisierung.

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 Quelle(n):  PR-199, 2100, 2162, 2200, PR-Glossar 2098, 2099, 2115; PRK-2103
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© Crest-Datei - Autor(en): Daniel Winkler, Torsten Orth - Erstellt: 10.10.1999 - Letztes Update: 01.06.2008